forum.hcrs.at Foren-Übersicht forum.hcrs.at
Freier Gedankenaustausch zur
HCRS Home Labor Page

 
 FAQFAQ   SuchenSuchen   MitgliederlisteMitgliederliste   BenutzergruppenBenutzergruppen   RegistrierenRegistrieren 
 ProfilProfil   Einloggen, um private Nachrichten zu lesenEinloggen, um private Nachrichten zu lesen   LoginLogin 

Kindertheater - Stromüberschlag auf einer Bühne möglich?
Gehe zu Seite 1, 2  Weiter
 
Neues Thema eröffnen   Neue Antwort erstellen    forum.hcrs.at Foren-Übersicht -> Allgemeines
Vorheriges Thema anzeigen :: Nächstes Thema anzeigen  
Autor Nachricht
Marsi



Anmeldedatum: 30.08.2007
Beiträge: 3

BeitragVerfasst am: Do Aug 30, 2007 5:32 pm    Titel: Kindertheater - Stromüberschlag auf einer Bühne möglich? Antworten mit Zitat

Hallo,

ich habe ein kleines Problem und leider viel zu wenig Ahnung. Wir betreiben ein (kostenloses) Kindertheater im Großraum München und wir sensibilisieren Kinder (1. - 4. Klasse) hinsichtlich bahnspezifischer Gefahren.
Aus aktuellem Anlass suche ich nun nach Möglichkeiten, die Gefahr von Stromüberschlägen auf einer Bühne sichtbar zu machen, da es jählich eine vielzahl von auch tödlichen Unfällen auf Grund von Stromüberschlägen (Bahnoberleitung) gibt.
Ich dachte beispielsweise an eine Art Influenzmaschine. Jedoch sollte der Lichtbogen von ca. 100 Kindern bei normaler Raumhelligkeit gut erkannt werden. Und dazu reichen die maximal 12 cm Lichtbogen einer Influenzmaschine nicht aus. Ich schätze, ein 30 - 50 cm Lichtbogen wären optimal.
Des Weiteren muss diese Apparatur relativ ungefährlich und sehr handhabungssicher für den Benutzer sein.
Ist so etwas überhaupt machbar?

Vielleicht gäbe es auch die Möglichkeit, einen Blitz mit Hilfe eines schnell weißglühenden und dann durchbrennenden Drahtes zu simulieren?

Gruß und vielen Dank für eure Tipps,
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
uli.paul



Anmeldedatum: 04.02.2006
Beiträge: 669
Wohnort: Augsburg

BeitragVerfasst am: Fr Aug 31, 2007 2:23 am    Titel: Antworten mit Zitat

Der "Trick" mit dem Draht hat zwei Nachteile: erstens brennt er zu schnell durch und zweitens stellt er eine ernste Verletzungsgefahr dar, da heiße flüssige Partikel entstehen.

Besser wäre die Verwendung eines Teslatrafos, der im Megahertzbereich betrieben wird. Die Dinger bilden sehr schöne lange Funken und die einzige Verletzungsgefahr ist, wenn jemand mit bloßen Händen den Funken ziehen will oder an eine der Elektroden kommt. Die Verletzung ist ein kleiner Verbrennungspunkt an der Stelle, an der der Funken austritt. Gefahr eines weiteren Schadens besteht nicht, da die hohe Frequenz dafür sorgt, dass der gesamte Strom auf der Körperoberfläche fließt, also speziell nicht über das Herz oder Gehirn geht.

Wenn also ein Schauspieler sich mit einem Metallgegenstand (z.B. Schlüssel) der "Oberleitung" nähert, dann springt ein schöner Funke über und der Schauspieler kann dramatisch das "Empfinden" eines Stromschlags demonstrieren, ohne selbst überhaupt etwas zu spüren. Für ihn ist es ungefährlich, da der Schlüssel den "Brandfleck" abbekommt.

Und hier im Forum sind einige, die sich mit Teslaspulen beschäftigen (meist TC - Tesla-Coils - genannt). Wichtig ist nur, dass die Frequenz im (nicht unbedingt einstelligen) Megahertzbereich liegt. Dann ist der Skineffekt so stark ausgebildet, dass keinerlei Gefahren (außer den o.g. Verbrennungen) mehr vorhanden sind. Ihr müsst also nicht unbedingt so etwas selbst von Grund auf neu aufbauen und könnt Euch so ein Gerät ev. ausleihen. Hilfsbereit sind die hier im Forum garantiert - sonst wären sie nicht hier.

Ich möchte Eurer Dramaturgie nicht hineinreden, aber ich kann mir das Bühnenbild und die Szene sehr gut vorstellen:

Bühnenbild: Es gibt in der Mitte einen Mast, der den Fahrdraht hält. Letzerer führt von einer gemalten Kulisse über diesen Mast zu einer anderen. So ein Mast hält den Fahrdraht durch zwei Isolatoren in seiner Position. In einem der Isolatoren ist die Teslaspule untergebracht und durch Pappmachee verkleidet. Der Fahrdraht ist einfach ein schwarz gefärbtes Seil (muss überhaupt nicht leiten und sollte es auch nicht tun, damit es einfach an den Kulissen befestigt werden kann). Der zweite Isolator besteht nur aus Pappmachee. Er darf nicht leitfähig sein, also besser Wasserglas statt Tapetenkleister zu seiner Herstellung verwenden. Man sieht nur den obersten Teil des Mastes, sodass der Schauspieler sich nicht weit in die Tiefe fallen lassen muss. Der Mast besteht aus Holz, das erst mit Alufolie verkleidet und dann grün/grau angestrichen wurde. Oder aus Metall, was aber m.E. ein zu großer Aufwand wäre.

Kostüm: Schauspieler ist als Kid/Teen verkleidet. Er trägt Schuhe, an denen sich außen leicht unauffällig eine metallische Schicht anbringen lässt. Vielleicht Turnschuhe, die innen eine Sohle aus Alublech (muss nicht arg dick sein, ein paar Lagen Alufolie tun es allemal mit genügender Sicherheit), die durch haufenweise "Nägel/Spikes" unsichtbar mit der Außensohle verbunden sind, aber nicht aus ihr hervorragen. Wenn der Abstand zweier Spikes nicht mehr als ca. 1cm beträgt, ist die Sicherheit des Schauspielers absolut gewährleistet. An den Händen trägt der Schauspieler Motorradhandschuhe. Aber darunter wieder ein paar Lagen Alufolie und zwar in der Art, dass bis zu seinen Handgelenken die Hand weitgehend lückenlos durch die Folie bedeckt ist. Ist der Mast aus Metall gefertigt, müssen beide Schuhe und beide Handschuhe entsprechend präpariert sein.

Ablauf: "Kid" klettert auf den Mast. Anfang pantomimisch darstellen, da der Mast ja nicht besonders hoch ist. "Kid" stellt sich auf ein Bein, das andere baumelt vom Mast weg wie bei einem Freeclimber. "Kid" greift nach der Oberleitung (an der Stelle, an der der "Isolator" die Leitung hält). Requisite schaltet den Teslatransformator ein, wenn die Hand ein paar Zentimeter vom Draht entfernt ist (nicht zu weit (>5cm), da das absolut unrealistisch ist, aber auch nicht zu nah, da dann keiner etwas sieht). Und ab da ist dem Schauspieler keine Grenze mehr gesetzt. Er kann weiter zugreifen und sich an der Oberleitung "verkrampfen" (vorausgesetzt der "Isolator" mit der TC drin hält sein Gewicht aus) und spastisch zucken und dabei die Beine mal in Kontakt mit dem Mast bringen und mal frei baumeln. Denn jedesmal, wenn er dem Mast mit den Beinen zu nahe kommt, entsteht ein neuer Lichtbogen. Sehr hollywoodtauglich. Irgendwann fällt das "Kid" bewußtlos zu Boden (deswegen Mast nicht zu hoch machen). (Anmerkung: durch Stromschlag kann kein Mensch getötet werden - wenn einer stirbt, dann nur, weil keiner da war, der sein Herzkammerflimmern nicht beseitigt hat. Einzige Ausnahme: der Strom ist so hoch, dass der Mensch partiell gekocht wird und durch die Verwesung vergiftet wird - aber das braucht Tage. Todesursache ist dann Nieren- oder Leberversagen.) Nachdem "Kid" auf den Boden fällt kommen Sanitäter und transportieren es ab. (Denn liegenlassen ist unmoralisch und würde falsche Signale setzen - dann lieber doch ein bisschen Deus-ex-machina.)

Wenn die Kids aber alt genug sind, dann könnte man ein bisschen Erste-Hilfe einbauen: Verletzten von der Spannungs-/Stromquelle trennen, aber in einer Form, in der man sich nicht zum nächsten Opfer macht. Holzstock nur für kurze Stöße, nicht zum Schieben. Nylonseil ist universell verwendbar, keine Angst haben, das einem Opfer selbst um die Kehle zu legen um es von der Hochspannung zu trennen. Hinterher Herzdruckmassage - aber selbst das Trommeln auf den Brustkorb (was ja wohl eher in dem Alter normal ist) ist weitaus besser als tatenlos zuzusehen. Die Herzdruckmassage will gelernt sein - vor allem von "Bullen", also recht kräftigen und gewichtigen Menschen, da sie sehr leicht Rippen brechen können, was hieße, den Teufel mit dem Beelzebub auszutreiben.

Künstliche Beatmung kann an eigentlich nicht zu früh lernen, allerdings haben Kids ein Problem: sie können nicht viel Druck/Volumen aufbringen. Der Druck reicht für ein kleines Volumen, aber danach "geht ihnen die Puste aus", weil die Lunge eines Erwachsenen doch merklich größer ist. Aber wenn es um Gleichaltrige geht, dann sind sie gefordert.

Habe gerade festgestellt, dass ich recht weit von der eigentlichen Frage abgekommen bin. Aber ich habe ein paar Fehler: Ich habe über Jahre den Arbeitskreis "Theater" am Holbein-Gymnasium in Augsburg geleitet - und da konnte ich mich nicht raushalten, was Eure Inszenierung betrifft. Sorry. Und dann habe ich als Nebenfach "Elektropathologie" gehabt - und dabei als erstes gelernt, dass es keinen elektrischen Soforttod gibt (der Prof auf meine Frage betreffs des Elektrischen Stuhls: alle hätten reanimiert werden können, wäre die Reanimation ein Teil des Programms). Drastisch hat er uns die Wirkung des elektrischen Stroms auf den menschlichen Körper gezeigt: Verbrennungen, Verkochungen - und die Typen grinsen einen - bei vollem Bewußtsein - aus den Photos an. Allerdings haben nur wenige mehr als ein paar Tage überlebt.

Und was ist mit dem Fön in der Badewanne? Setze genügend Badesalz zu und Deine Überlebenswahrscheinlichkeit steigt enorm, da dann der Strom zum großen Teil um Dich herum geleitet wird. Ansonsten hast Du zwischen zwei Todesarten zu wählen: Herzkammerflimmern (führt zum Tod durch Sauerstoffunterversorgung des Organismus, speziell des Hirnes) und Ertrinken, weil Du Dich nicht mehr aktiv über Wasser halten kannst. Aber in jedem Fall kannst Du gerettet werden, wenn jemand in der Nähe ist.

Entschuldige meine Abschweifungen, aber auch die sollten einmal gesagt werden um dem Hollywoodquatsch entgegenzuwirken.
_________________
Jeder Schwachkopf kann behaupten - aber nur wenige können beweisen.
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
George Green



Anmeldedatum: 28.02.2007
Beiträge: 73

BeitragVerfasst am: Fr Aug 31, 2007 4:15 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Zuallerersteinmal halte ich ein Theater, damit meine ich Kunststücke, für absolut unglaubwürdig,
erst recht vor Kindern, die merken recht bald wenn sie betrogen werden und dann ist deine Vorführung für die Katz´.
Die Oberleitung von der Bahn hat 15000 Volt bei 16 2/3 Hz. Da gibt es keine grösseren Funken, erst wenn
etwas drankommt, dann brennt´s aber gleich, sowas kannst du nicht mit einem Teslatrafo dokumentieren.
Ich habe auch schon vor Kindern in der Schule vorgetragen, da hat mir immer ein Trafo von der Mikrowelle ausgereicht.
2000Volt, der eine Pol an einem Blech ca. 20 x 30 cm angeschlossen, der andere an einen Kohlestab aus einer Batterie.
Solch eine Flamme wird durchaus auch bis zu 20 cm und mehr lang wenn du die Kohle kurz ans Blech hältst
und wieder langsam wegziehst, du brauchst den Kindern nur zu sagen, dass es bei der Eisenbahn noch etwa zehn Mal stärker ist,
das entspricht den Tatsachen, ist glaubwürdig und auch ziemlich beeindruckend, erst recht, wenn du in diese
Flamme ein Kleidungsstück aus Kunstfasern bringst, nachher gut lüften.
Und die Kohle natürlich sicher in einer Halterung und etwas übertrieben isoliert, kannst den Trafo
ja in ein Faller-Umspannhäuschen setzen, H0 dürfte aber etwas zu klein sein.
Probier das aber erst mal zu Hause aus, nicht dass du dir dann erst bei der Vorführung die Finger verbrennst!

Grüße und viel Spass dabei,
George
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Kugelblitz



Anmeldedatum: 10.08.2006
Beiträge: 179
Wohnort: Wien

BeitragVerfasst am: Fr Aug 31, 2007 4:44 pm    Titel: Antworten mit Zitat

:Marsi


Ich wuerde dir die Teslaspule zum selberbauen abraten. Ist fuer einen Laien viel zu kompliziert und gefaehrlich. Ich wuerde dir eher raten, dir einen Bandgenerator zu kaufen.

Zb.: bei www.phywe.de

Mfg
_________________
Alles sind Schwingungen
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Marsi



Anmeldedatum: 30.08.2007
Beiträge: 3

BeitragVerfasst am: Fr Aug 31, 2007 10:21 pm    Titel: Antworten mit Zitat

uli.paul hat Folgendes geschrieben:
Der "Trick" mit dem Draht hat zwei Nachteile: erstens brennt er zu schnell durch und zweitens stellt er eine ernste Verletzungsgefahr dar, da heiße flüssige Partikel entstehen.
....

.


Vielen Dank für die Ideen, ich muss mir das alles mal duch den Kopf gehen lassen.
Wichtig ist für mich, den Kindern deutlich zu machen, dass Stom gefählich sein kann und dieser bei entsprechender Leistung einen Lichtbogen erzeugt.


Zuletzt bearbeitet von Marsi am Fr Aug 31, 2007 10:27 pm, insgesamt einmal bearbeitet
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Marsi



Anmeldedatum: 30.08.2007
Beiträge: 3

BeitragVerfasst am: Fr Aug 31, 2007 10:25 pm    Titel: Antworten mit Zitat

George Green hat Folgendes geschrieben:
Zuallerersteinmal halte ich ein Theater, damit meine ich Kunststücke, für absolut unglaubwürdig,
erst recht vor Kindern, die merken recht bald wenn sie betrogen werden und dann ist deine Vorführung für die Katz´.
Die Oberleitung von der Bahn hat 15000 Volt bei 16 2/3 Hz. Da gibt es keine grösseren Funken, erst wenn
etwas drankommt, dann brennt´s aber gleich, sowas kannst du nicht mit einem Teslatrafo dokumentieren.
Ich habe auch schon vor Kindern in der Schule vorgetragen, da hat mir immer ein Trafo von der Mikrowelle ausgereicht.
2000Volt, der eine Pol an einem Blech ca. 20 x 30 cm angeschlossen, der andere an einen Kohlestab aus einer Batterie.
Solch eine Flamme wird durchaus auch bis zu 20 cm und mehr lang wenn du die Kohle kurz ans Blech hältst
und wieder langsam wegziehst, du brauchst den Kindern nur zu sagen, dass es bei der Eisenbahn noch etwa zehn Mal stärker ist,
das entspricht den Tatsachen, ist glaubwürdig und auch ziemlich beeindruckend, erst recht, wenn du in diese
Flamme ein Kleidungsstück aus Kunstfasern bringst, nachher gut lüften.
Und die Kohle natürlich sicher in einer Halterung und etwas übertrieben isoliert, kannst den Trafo
ja in ein Faller-Umspannhäuschen setzen, H0 dürfte aber etwas zu klein sein.
Probier das aber erst mal zu Hause aus, nicht dass du dir dann erst bei der Vorführung die Finger verbrennst!

Grüße und viel Spass dabei,
George


Danke für die Info, werde das mal ausprobieren um zu sehen, welche Effekte es erzeugt.
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Andi



Anmeldedatum: 05.04.2004
Beiträge: 1925

BeitragVerfasst am: Sa Sep 01, 2007 12:54 am    Titel: Antworten mit Zitat

Naja, ich würd die Kinder da mal nicht zu tief mit reinziehen, sonst braucht man noch eine Kulisse "Krankenhaus" und "Friedhof".

Bei Bahnstrom isses schon sehr warscheinlich das man das nicht überleben wird, die geringe Frequenz und die hohe Spannung sind perfekt um unvorsichtige Bauarbeiter zu grillen, wenn er nicht an seinen Verbrennungen stirbt dann durch die Blutvergiftung, resultierend aus der Elektrolytischen Zersetzung der Körperflüssigkeiten.
Herzrasen dürfte dann sein geringeres Problem sein, vor gut 4 Jahren wurde durch eine Reihe unglücklicher Zufälle ein Streckenabschnitt eingeschaltet auf deren Masten noch ein Bahnarbeiter rumturnte, der ist da aber nicht runtergefallen sondern hängengeblieben, und Abschalten dauert ein Weilchen, was von dem armen Mann übrig blieb erinnerte kaum mehr an einen Menschen.

Aber zurück zum Thema: Anstatt mit diesen mageren, Stromschwachen blauen Blitzen rumzueiern würde ich eher auf welche mit mehr Strom setzen, die leuchten dann auch schön hell in einem Orangeton und sind bei einem dezent abgedunkelten Raum auch gut sichtbar.
Der angesprochene Mikrowellentrafo eignet sich dafür hervorragend, ist aber kein Spielzeug: die bewegbare Elektrode auf Erdpotential halten und gut vom Handlanger isolieren, ein Plexiglasstab oder PVC wäre gut geeignet, Holz ist schlecht weils feucht werden kann.

Dadurch das die Flamme auch sehr heiß ist ließe sich gut demonstrieren welche Auswirkungen das hat, einfach einen (Kunstfaser-)Handschuh über die mobile Elektrode stecken, der wird brennen wie Zunder und verdeutlicht was passiert wenn man da ranfingert.
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
uli.paul



Anmeldedatum: 04.02.2006
Beiträge: 669
Wohnort: Augsburg

BeitragVerfasst am: Sa Sep 01, 2007 1:32 am    Titel: Antworten mit Zitat

Also: Was den Punkt betrifft: Die Kinder durchschauen, wann da der Wirklichkeit hollywoodmäßig nachgeholfen wird. Dem ist definitiv nicht so - denn woher sollten sie es denn wissen?

Und selbst ihre Eltern glauben allen möglichen Quatsch, da sie es selbst nicht besser wissen. Wenn man da erziehend eingreifen will, dann muss man zu wirksamen Ausdrucksformen greifen. Eine Modellbahn ist dann wohl fehlangebracht (soviel zu Faller HO).

So, um jetzt der Wahrheit den Vorrang zu geben und u.U. den erzieherischen Effekt in Frage zu stellen: Bei 99,99% aller Stromunfälle tritt kein Lichtbogen auf! Nur in Hollywood und bei Hochspannungsleitungen über 120kV - und das macht nicht einmal einen Toten pro Jahr bei uns aus - ich meine damit die in den Hochspannungsleitungen.

Bei 15kV ist die Funkenstrecke so gering (ein paar Millimeter, wenn man das Opfer aus der Verteilung zieht und ca. 1mm bei Annäherung). Das ist optisch nicht ergiebig.

Vielleicht sollte die Erziehung auch einfach dadurch erfolgen, dass Dias gezeigt werden - und zwar von realen Opfern! Wie sie aussehen, in die Kamera lächeln, mit Nahaufnahmen ihrer Verkochungen und Brandwunden und der objektiven Schilderung und Darlegung wie es mit ihnen weiterging. Und der Klarstellung, dass das jetzt nicht durch Maskenbildner gemacht wurde. Und viele von den Personen kläglich verreckt sind, weil Teile von ihrem Körper verwest sind - und sie dabei bis zuletzt bei vollem Bewußtsein waren.

Aber so etwas ist in Deutschland unmöglich! Weil die Mehrheit Leid und Tod nicht vor Augen sehen will. Ein Plakat, das mit einem Totenkopf auf eine gefährliche Autobahnstrecke aufmerksam macht, musste wieder entfernt werden - und prompt derennen sich auch weiterhin haufenweise Typen auf diesem Gefälle. Nicht Einheimische, sondern Fremde, die die Tücken nicht kennen. Und das ist keine Serpentinenstraße, sondern eine Autobahn im Süden Deutschlands.

@Marsi: Vielleicht ist eine Demonstration das beste Erziehungsmittel. Lass doch die Kid selber es erfahren. Nimm einen Weidezaungenerator - der macht keine Funken (außer man schaut wirklich genau hin) und lass sie dann über einen Grashalm den "Zaun" berühren. Die Schläge sind nicht so stark, dass man den Grashalm losläßt, aber sie sind spürbar. Und dann führe sie durch geschickte Fragen an das Problem "hohe Spannung, wenn dann auch noch Strom dahinter steckt" heran. Ich glaube, das wäre der beste Weg, denn da treten keine Hollywood-Effekte auf und die Wirkung ist trotzdem spürbar.
_________________
Jeder Schwachkopf kann behaupten - aber nur wenige können beweisen.
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Andi



Anmeldedatum: 05.04.2004
Beiträge: 1925

BeitragVerfasst am: So Sep 02, 2007 11:21 am    Titel: Antworten mit Zitat

Danach kommen die noch auf dumme Ideen und probieren das mit meinem Grashalm und einem Hochspannungsmast aus.

So wie der Idiot der vor einem Jahr in der Zeitung war, hat mit seinem Kumpel gewettet das an der Oberleitung von der Bahn nur Strom drauf ist wenn ein Zug vorbeifährt. Beweisführung war ganz einfach, von der Bahnbrückte pissen, Ergebnis dementsprechend.
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
George Green



Anmeldedatum: 28.02.2007
Beiträge: 73

BeitragVerfasst am: So Sep 02, 2007 12:08 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
Also: Was den Punkt betrifft: Die Kinder durchschauen, wann da der Wirklichkeit hollywoodmäßig nachgeholfen wird. Dem ist definitiv nicht so - denn woher sollten sie es denn wissen?


Lieber Uli,
es dreht sich nicht darum ob die Kinder das durchschauen oder nicht, sondern darum, ihnen die Wahrheit zu zeigen.
Kinder begreifen schneller als Erwachsene, ich habe einem dritten Schuljahr, also 9 - 10 Jährigen, in einer Viertelstunde
das duale Zahlensystem erklären können, alle ca. 25 Kinder haben es begriffen und konnten damit rechnen.
Zwar nur bis 16, aber die Kinder hatten ihren Spass dabei, vorher hatte ich ihnen mein Mikrowellentrafofeuer vorgeführt,
dass der Trafo aus der MW stammt habe ich vorsichtshalber verschwiegen, aber der Strom kam aus der Steckdose
und da musste er ja auch irgendwie drin gewesen sein. Kinder begreifen das ganz leicht, wenn sie dir vertrauen,
und das hängt unbedingt davon ab dass du ihnen die Wahrheit sagst, kannst du sie über die Gefahren der Elektrizität
im Allgemeinen und auch im besonderen Fall mit der Oberleitung der DB aufklären, wenn du ihnen dann sagst,
dass du Bilder von solchen Unfällen nicht zeigen willst weil sie so schlimm sind verstehen sie das und glauben es
obwohl du wirklich kein Bild zeigst.
Wenn nur EIN Kind bemerkt dass es verschaukelt wird ist es vielleicht gerade das, das in die Steckdose langt
weil es dir nicht glaubt. Und DU wirst dir dann allerschlimmste Vorwürfe machen.
Man kann ja solche Vorführungen von Teslageneratoren machen, dann sollte man aber den Kindern erklären
dass das nur Spielerei mit Hochfrequenz ist, zeige ihnen lieber wieso man nicht ein Ei in die Welle stellt,
das knallt und gibt eine recht schöne Sauerei, die Kids stehen darauf. Und du bekommst Pluspunkte.
lllusionen und Spielereien sind fehl am Platz wenn es um den sicheren Umgang mit Strom geht,
man sollte Kinder grundsätzlich nicht belügen.
Man sollte eigentlich niemand belügen.

Gruß,
George
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
uli.paul



Anmeldedatum: 04.02.2006
Beiträge: 669
Wohnort: Augsburg

BeitragVerfasst am: Mo Sep 03, 2007 1:39 am    Titel: Antworten mit Zitat

Hi George,

Ich gebe Dir recht, dass man immer so nahe an der Wahrheit bleiben sollte wie es geht. Aber selbst Du hast den Trafo aus der MW genommen, um den Effekt zu verstärken. Einen Lerneffekt erreicht man nur, wenn man das Wesentliche überhöht und das Nebensächliche wegläßt. Oder glaubst Du, Du hättest in der dreifachen Zeit das binäre, oktale und hexadezimale System jemandem beibringen können? Vielleicht, wenn die drei Lektionen 1-2 Tage auseinanderliegen, da alle drei Zahlensysteme auf das binäre aufbauen. Aber spätestens bein ternären tauchen die ersten Schwierigkeiten auf und bei den Basen 12, 20 oder 60 (alle wurden in der Vergangenheit auch zum Rechnen verwendet und nicht nur wie heute zum Zählen) rasten selbst gebildete Menschen aus und fallen auf Methoden zurück, die auch Kinder verwenden würden - also abzählen. Aber das ist hier nicht das Thema.

Unser Thema ist: "Wie bringe ich Kindern den Umgang mit Strom bei?" Aber nicht, wie bläue ich ihnen ein, dass Strom gefährlich ist?! Strom ist nicht gefährlich, wenn man weiß mit ihm umzugehen. Dass selbst die meisten Erwachsenen davon keine Ahnung haben, ist ein Beweis dafür, dass Aufklärung dringend notwendig ist.

Für Menschen ist nicht die Spannung an sich gefährlich, sondern der Strom, der durch den Körper fließt - speziell der übers Herz. Man kann einen Menschen auf MegaVolts aufladen und ihn dann schlagartig wieder entladen. Solange der Punkt des Funkens durch einen Fingerhut oder sonstiges vor Verbrennung/Verkochung geschützt ist, tritt kein Schaden auf.

Anders beim Strom. Da reichen zwischen ca. 30mA und 300mA aus um gefährlich zu werden. Die niedrigen Werte gelten, wenn das Herz im Strompfad liegt. Für Outsider unverständlich ist die Tatsache, dass Ströme im Ampere-Bereich i.d.R. nicht zu Herzrythmusstörungen führen, sondern "nur" zu Verbrennungen/Verkochungen. Sprich: man wird nicht bewußtlos und man zuckt nicht spastisch herum. Man ist einfach nur verkrampft - zumindest was den stromdurchflossenen Teil des Körpers anbelangt. Man könnte (und in manchen Fällen konnten sich die Opfer) sich also von selbst befreien, aber meist ist man gestürzt und dann ist die Physik gegen einen.

Übrigens: Gleichstrom ist gefährlicher als Wechselstrom! Die Werte für Gleichstrom liegen bei ca. 60% bis 80% derer von Wechselstrom. Hier ist der tatsächliche Strom I[A] gemeint, nicht der Typ der Versorgung.

Wie bringt man also Kids dazu, mit dem Strom (der allgemeine Begriff) respektvoll umzugehen?

Ich glaube, die wichtigste Regel lautet: "Ohne Ohm kein Strom!" Das heißt, solange kein Strom durch ihren Körper fließt, juckt eine Spannung nicht - woraus wir folgern: Ihnen beizubringen, einen Stromfluss zu verhindern - und die wichtigsten Missverständnisse abzuschaffen.

Und Ihnen Ratschläge mitzugeben, die ihnen helfen, in Situationen, in denen sie es mit Strom zu tun haben, nüchtern und überlegt zu handeln. Aber das ist heute jenseits jeder Ausbildung/Erziehung. Weil die Eltern es nicht wissen und ihre Ängste auf ihre Kinder übertragen. Und die glauben das - woher sollten sie es auch besser wissen? Das zu ändern ist eine schwere Aufgabe.

Als ca. 12-jähriger bekam ich das Buch "Elektrobasteln für Jungen" von Heinz Richter geschenkt. Da wurden auch Schaltungen und Bauanleitungen für Hochspannungsgeräte oder solche, die direkt am Netz betrieben wurden, beschrieben. Aber der Autor hat gleich am Anfang uns einige wichtige Regeln mit auf den Weg gegeben - und die sitzen bei mir immer noch fest im Hirn. Und ich lebe immer noch, obwohl ich schon einige Male in meinem Leben "eines gewischt" bekommen habe.

Was unserer Gesellschaft fehlt, ist die Bereitschaft zum dem Umgang mit Risiko. Ich meine damit kein unkalkulierbares, sondern ein durchaus berechenbares. Im positiven akzeptiert es jeder - siehe Lotto, aber im negativen verdrängt es jeder - ansonsten würde unsere Gesellschaft nicht die Kinder in die blinde Hörigkeit von Ampeln treiben - geradeso als ob bei Rot kein Auto über die Kreuzung fahren kann. Uns hat man beigebracht wie man Straßen überquert - ganz ohne Ampeln. Das funktioniert auch heute noch - trotz Ampeln.

Was will ich damit sagen:

Ganz einfach: wenn die hysterischen Eltern einem nicht versuchte Körperverletzung vorwerfen würden: Die Kids doch einfach in eine Steckdose langen zu lassen! Natürlich mit Vorsichtsmaßnahmen wie Gummimatte und all dem Kram. Die werden feststellen, dass sie überhaupt nix spüren - bis jemand anders (nicht so gut isoliert) sie berührt. Das Kribbeln ist bemerkbar - und der Schreck ist der Kontrast, der das Erlebnis ins Gedächtnis einprägt.

Aber wer das heutzutage macht, steht vor dem Kadi. Obwohl für die Kinder keine Gefahr bestand, da der Aufbau entsprechend ausgelegt war. Früher mussten die Eltern nachweisen, dass eine reale Gefahr bestand, jetzt muss man beweisen, dass unter keinen Umständen (Fehlverhalten von Unbeteiligten oder Beteiligten eingeschlossen) eine Gefahr von diesem Versuch ausgehen konnte. Und das kann keiner. Traurig, aber wahr.
_________________
Jeder Schwachkopf kann behaupten - aber nur wenige können beweisen.
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
smart



Anmeldedatum: 12.06.2004
Beiträge: 545

BeitragVerfasst am: Mo Sep 03, 2007 11:08 am    Titel: Antworten mit Zitat

Auf jedenfall Sollte man bei Teslatrafo und Co. immer einen ausreichenden Abstand zu anderen Elekktrischen Geräten einhalten. Man müsste speziell bei einer Bühne darauf achten, dass die Funken nicht an die Deckenkonstruktion übergreifen können. In verschiedenen Threads hab ich auch gelesen, dass empfindliche Elektronikteile im Raum davon betroffen sein können. Bei allen experimenten sollte man auch auf entsprechenden Feuerschutz achten.
Ich möchte deswegen aber auf keinen Fall davon abraten.
_________________
Es sind die Dinge hinter den Dingen die die Dinge geschehen lassen.
Smile
Mein Forum:
www.Smartsystem.de.tc
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden Website dieses Benutzers besuchen Yahoo Messenger
Kugelblitz



Anmeldedatum: 10.08.2006
Beiträge: 179
Wohnort: Wien

BeitragVerfasst am: Mo Sep 03, 2007 11:42 am    Titel: Antworten mit Zitat

@ Marsi

Ich rate dir, dass du dir einen Bandgenerator kaufst.

So einen z.B.: http://shop.phywe.de/prod/de/346/421790/bandgenerator-230-v-50hz.html


Ich würde sagen, dass so etwas am sichersten ist.

Mfg
_________________
Alles sind Schwingungen
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
uli.paul



Anmeldedatum: 04.02.2006
Beiträge: 669
Wohnort: Augsburg

BeitragVerfasst am: Di Sep 04, 2007 3:02 am    Titel: Antworten mit Zitat

Dem Bandgenerator fehlt aber die Hollywood-Dramatik, das sollte nicht verschwiegen werden - Fünkchen und Koronaentladung (optisch ergiebig, aber nicht furchteinflößend).
_________________
Jeder Schwachkopf kann behaupten - aber nur wenige können beweisen.
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
uli.paul



Anmeldedatum: 04.02.2006
Beiträge: 669
Wohnort: Augsburg

BeitragVerfasst am: Di Sep 04, 2007 3:03 am    Titel: Antworten mit Zitat

Dem Bandgenerator fehlt aber die Hollywood-Dramatik, das sollte nicht verschwiegen werden - Fünkchen und Koronaentladung (optisch ergiebig, aber nicht furchteinflößend).
_________________
Jeder Schwachkopf kann behaupten - aber nur wenige können beweisen.
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Beiträge der letzten Zeit anzeigen:   
Neues Thema eröffnen   Neue Antwort erstellen    forum.hcrs.at Foren-Übersicht -> Allgemeines Alle Zeiten sind GMT + 1 Stunde
Gehe zu Seite 1, 2  Weiter
Seite 1 von 2

 
Gehe zu:  
Sie können keine Beiträge in dieses Forum schreiben.
Sie können auf Beiträge in diesem Forum nicht antworten.
Sie können Ihre Beiträge in diesem Forum nicht bearbeiten.
Sie können Ihre Beiträge in diesem Forum nicht löschen.
Sie können an Umfragen in diesem Forum nicht teilnehmen.


CrackerTracker © 2004 - 2019 CBACK.de

Powered by phpBB © 2001, 2005 phpBB Group
Deutsche Übersetzung von phpBB.de