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Balg elegant falten
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Steve



Anmeldedatum: 20.12.2004
Beiträge: 539

BeitragVerfasst am: Sa Feb 05, 2011 8:16 pm    Titel: Balg elegant falten Antworten mit Zitat

Hallo zusammen,

ich habe mal eine Frage an die Origami-Künstler hier.
Es geht darum, einen Balg so zu falten, daß er bei großen Hüben knitterfrei arbeitet, aber gleichzeitig ohne elastisch hinterklebte Ecken auskommt. Wenn man eine Ziehharmonika anschaut, dann hat der Balg im Eck z. B. eine Falte aus dünnem Leder. Dieses Zusatzteil gilt es durch passende Falttechnik zu vermeiden.
Sinn der Sache soll ein Balg für einen Stirlingmotor sein. Kolben selber machen geht nur schlecht auf dem Küchentisch, ist mir einfach zu aufwändig.

Ich habe schon einige Versuche gestartet, aber bisher bin ich nicht fündig geworden. Es ist so, daß zwei rechtwinklig zueinanderstehende Zickzack-Wände ihren Winkel zueinander ändern wollen, wenn man sie in die Länge zieht. Das geht also so nicht.
Bleibt nur der klassische Balg mit Knitterecke oder der sich elastisch verformende Balg mit relativ geringem Hub bei gleichzeitig vielen Lamellen.

Oder kennt wer die ultimative Balg-Falttechnik?
_________________
Grüße, Stefan
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Softifex



Anmeldedatum: 28.07.2004
Beiträge: 106
Wohnort: Graz

BeitragVerfasst am: So Feb 06, 2011 2:59 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Nur als Tipp, da ich das Problem nicht ganz verstehe:
Relativ großhubige Faltenbälge hat man in der Fotografie bis in die 50er noch verwendet. Dazu gibt es sicher jede Menge Fotos und Infos noch im Netz. Vielleicht kannst du dort was abschauen.
Bzw. in Trödelläden liegen die haufenweise herum.

lg Helmut
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Fefferl



Anmeldedatum: 24.01.2010
Beiträge: 254

BeitragVerfasst am: So Feb 06, 2011 6:19 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo,
das, was du versuchst, durch geschicktes Falten zu erreichen, wird an genau das stoßen, was an der Ziehharmonika aus Leder ist! Führende Faltenbalghersteller aus der Industrie kämpfen damit schon lange. Irgendwo am Balg wird eine elastische Stelle gebraucht, die die Bewegungen ausgleicht.
Schau dir vielleicht mal die Faltenbalge an einer Fräßmaschine an. Die sind aus einzelnen Lamellen zusammengesetzt, die so miteinander verbunden sind, dass sie viele Bewegungen aushalten, aber meist an den Ecken beginnen zu zerreißen.
Seit einigen Jahren werden viele Ausführungen daher aus sehr zähem und wiederstandsfähigem Gummi gefertigt.

Eine "ultimative" Falttechnik gibt es da glaube ich nicht....
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Artur_X



Anmeldedatum: 18.05.2010
Beiträge: 191
Wohnort: Mannheim

BeitragVerfasst am: So Feb 06, 2011 10:01 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Wie's der Zufall will, ist meine Frau gerade an diesem Thema. Wie wär's mit diesem ?

http://www.kinder-aktuell.de/basteln/lampions-papier-basteln-1350/

Der sieht so aus, als würden die Enden bei einer Faltung völlig unbewegt
bleiben.

Gruß Artur
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Steve



Anmeldedatum: 20.12.2004
Beiträge: 539

BeitragVerfasst am: Mo Feb 07, 2011 7:35 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Erst mal vielen Dank!

Hmmmm, der Lampion sieht wirklich vielversprechend aus... das muß ich probieren!

Die historischen Bälge kommen übrigens nicht ohne "Vergewaltigung" aus. Das gleicht das Material aus.
_________________
Grüße, Stefan
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Denker



Anmeldedatum: 11.03.2008
Beiträge: 519
Wohnort: Bayern 91

BeitragVerfasst am: Mo Feb 07, 2011 8:42 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Hi Steve,

vielleicht ist hier was passendes dabei:
http://de.beakbane.eu/produkte/?utm_source=BMON%20AdWords&utm_medium=CPC%20Search&utm_keyword=PVC%20faltenbalg&utm_campaign=PVC%20ad%20group

LG
Sandro
_________________
Die Frage ist nicht ob es funktioniert, sondern wie !
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Steve



Anmeldedatum: 20.12.2004
Beiträge: 539

BeitragVerfasst am: Di Feb 08, 2011 12:47 pm    Titel: Antworten mit Zitat

So, inzwischen habe ich mal den Lampion gebaut.

Wie ich mir das Bild näher angesehen habe, habe ich dann schon vermutet, daß es doch nicht funktionieren würde. Ich habe mir Folgendes überlegt:
-Wenn der Balg beweglich sein soll, dann muß er in Dreiecke zerlegt werden können, die gelenkig (über Falten) miteinander verbunden sind. Das trifft hier soweit zu.
-Am Lampion gibt es vertikal übereinander Ebenen, in denen der Querschnitt quadratisch ist. Erste Ebene: Bodenfläche. Dann: ein Dreieck höher, das Quadrat, das sich bildet aus den vier Mittelfalten der rautenförmingen Vierecke. Dieses Quadrat steht 45° verdreht zum ersten. Dann wieder eine Dreieckshöhe darüber das nächste Quadrat, wieder deckungsgleich mit dem ersten usw...

-Wenn jetzt das Ding als Balg arbeiten soll, dann müssen z. B. die vier Dreiecke, die an die Bodenfläche angrenzen, flach abklappbar sein. Alle anderen Dreiecke müssen folgen.
Wenn wir das im Geiste mal tun, und gleichzeitig den zweiten quadratischen Querschnitt betrachten, dann merkt man, daß das zweite Quadrat !größer werden muß!, als es vor dem Abklappen war. Das kann es aber nicht, weil ja das Papier jeweils die Spitzen der Dreiecke starr verbindet.


In der Praxis bestätigt sich die Vermutung. Das Gebilde ist sogar überraschend steif und wehrt sich ganz klar gegen eine Veränderung der Länge.
Sackgasse also.

Sandro, vielen Dank.
Ich wollte die Bastellösung diskutieren. Klar kann man einen Balg auch kaufen. Diese Bälge funktionieren übrigens auch in erster Linie auf der Basis der elastischen Verformung, also das, was ich hier theoretisch vermeiden will.
_________________
Grüße, Stefan
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Steve



Anmeldedatum: 20.12.2004
Beiträge: 539

BeitragVerfasst am: Di Feb 15, 2011 10:47 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Ich habe zum Abschluß den Lampion mal zusammengedrückt und geschaut wie sich das Papier selbst faltet. Interessant war, daß an den Ecken sich das Papier so schneckenartig eingedreht hat. Das ist aber letztlich logisch, weil damit die erforderlichen Längenänderungen doch noch umgesetzt wurden - mit Gewalt.
Und ich habe nochmal überlegt, wie gekaufte Lampions denn so aussehen. Das Besondere ist, daß die einzelnen Lamellen nicht einfach ebenes Papier sind, sondern daß das so wellenartig geprägt ist, so eine Micro-Ziehharmonika halt. Damit ist es möglich, Längenunterschiede auszugleichen. Vermutlich haben schon Generationen von Papierkünstlern sich ähnliche Fragen gestellt wie ich und sind dann auf diese Lösung gekommen.

http://www.glamiz.com/images/articles/3468-0.jpg
_________________
Grüße, Stefan
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Sowasaberauch



Anmeldedatum: 09.04.2008
Beiträge: 833

BeitragVerfasst am: Mi Feb 16, 2011 9:53 am    Titel: Antworten mit Zitat

Ah ja, da fällt mir gerade ein, dass ich Mal diesbezüglich etwas im TV gesehen habe. Da ging's um unkonventionelle wissenschaftliche Forschung. Da gab es jemanden am MIT der sich speziell mit Origami und Scherenschnitt beschäftigte. Er hat da dann z.B. mathematisch bewiesen, dass man jede beliebige Figur per Scherenschnitt herstellen kann, mit nur geraden Schnitten. Ich glaub, das war sogar nur ein gerader Schnitt, bin mir aber nicht mehr sicher. Er hat dann Programme geschrieben, welche die Schnitte berechnen. Die Autoindustrie hat dann mit Hilfe von Ihm und seinen Origami-Programmen die Faltung der Airbags optimiert.
Der hat geile Sachen zusammengefaltet...
Aber eben, wieso ich das hier schreibe: Er hat eben auch viele Dinge gefaltet, welche sich in der Grösse ändern können, wie dein Lampion. Die haben sich aber immer gedreht dabei. Es scheint also schon, dass die Drehung der Clou ist bei der ganzen Sache.
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hubert



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Beiträge: 19

BeitragVerfasst am: Mi Nov 16, 2011 12:41 am    Titel: Viebach Stirling Antworten mit Zitat

Hallo es geht, aber leider kann ich dir keine Anleitung geben.
Der Stirlingmator von Dieter Viebach benutzt sowas, leider ist das PDF nicht mehr frei im www zu finden, aber es gibt ein Buch:


Der Stirlingmotor einfach erklärt und leicht gebaut von Dieter Viebach

worin ein Bogen Spezialpapier mit Falzanleitung enthalten ist.
Das Buch kostet ca.16Euro z.B. über Ebay
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Steve



Anmeldedatum: 20.12.2004
Beiträge: 539

BeitragVerfasst am: Di Dez 06, 2011 9:54 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Hubert,

ich habe ein Bild von einem Viebach-Stirling gesehen und meine die Faltung zu kennen. Sie kommt genaugenommen auch nicht ohne Vergewaltigung des Materials aus. Wenn man den Hub begrenzt, dann halten die Eckfalze die Geschichte schon aus - aber das ist keine "elegante" Faltung in meinem Sinn.
Etwas, das wirklich einigermaßen funktioniert ist die Gestaltung der Ecken mit weichem Material, eben wie bei einer Ziehharmonika mit Ecken aus dünnem Leder. Das gilt es in der Fragestellung aber zu umgehen.
_________________
Grüße, Stefan
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obod



Anmeldedatum: 04.01.2012
Beiträge: 4

BeitragVerfasst am: Fr Jan 06, 2012 2:59 pm    Titel: Antworten mit Zitat

vor einiger Zeit habe ich ein Origami-Buch auf www.rakuten.at gekauft, und habe versucht, das Falten nachzumachen.
@ Steve: was willst du denn genau damit erreichen?
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Steve



Anmeldedatum: 20.12.2004
Beiträge: 539

BeitragVerfasst am: So Jan 22, 2012 8:18 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Hi Obod,
ich will einen Balg, der sich über reine "gelenkige Falten" in seinem Volumen verändern läßt, mit theoretisch exakt konstant bleibenden Teilflächen.
Damit wäre es möglich, einen reibungs- und kraftarmen Faltvorgang zu realisieren.
Alle üblichen Bälge "vergewaltigen" irgendwie ihr Material: Eigentlich immer werden Teilflächen elastisch verformt, siehe weiches Leder in den Ecken am Ziehharmonikabalg.

Wenn ich so einen idealen Balg am CAD nachempfinden würde, dann sollte er aus konstanten Flächen bestehen, die also rein über Falz-Klappung sich bewegen lassen. Habe ich bisher nicht gefunden.
_________________
Grüße, Stefan
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sswjs



Anmeldedatum: 21.09.2008
Beiträge: 1148

BeitragVerfasst am: Mo Jan 23, 2012 2:45 am    Titel: Antworten mit Zitat

Moin,


Steve hat Folgendes geschrieben:
Wenn ich so einen idealen Balg am CAD nachempfinden würde, dann sollte er aus konstanten Flächen bestehen, die also rein über Falz-Klappung sich bewegen lassen. Habe ich bisher nicht gefunden.
Reine Klappungen sind mathematisch, und somit auch praktisch, nicht realisierbar. Aus einer 1 läßt sich nun mal nur über eine "Vergewaltigung" eine Wurzel(2) realisieren...


sswjs
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Sowasaberauch



Anmeldedatum: 09.04.2008
Beiträge: 833

BeitragVerfasst am: Mo Jan 23, 2012 11:53 am    Titel: Antworten mit Zitat

Ich bin mir nicht sicher, ob das wirklich nicht möglich ist. Denn jede Verformung kann IMHO doch durch zusätzlich Faltflächen, welche die Verformung als Winkelveränderung aufnehmen realisiert werden.

Wie gesagt: Ich hab da Mal was im TV von einem MIT-Professor gesehen, wo es eben genau um diese Themen ging.

Ich hab Mal kurz gesucht und folgende interessante Link-Seite gefunden:
http://www.langorigami.com/science/sciencelinks.php

Da müsste man sich dann halt Mal durch die ganze Theorie durcharbeiten...
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