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MHD-Generator

 
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Steve



Anmeldedatum: 20.12.2004
Beiträge: 536

BeitragVerfasst am: Mi Jun 30, 2010 7:13 pm    Titel: MHD-Generator Antworten mit Zitat

Hi zusammen,

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erst mal entschuldigung daß ich den Influenzmaschine Thread noch nicht weitergepflegt habe. Bin jetzt wochentags auswärts und kanns nicht hosten, hab am Wochenende keine Muße für so Dinge. Und irgendwie haben meine Versuche fürs Hosting seit den Wasserblasenvideos nicht gefruchtet.
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So, zur Sache:
Habe heute auf Wikipedia rumgeschaut und bin auf das Thema MHD (Magnetohydrodynamik) gestoßen. Da nutzt man also die Lorentzkraft, die auf bewegte Ionen im Magnetfeld einen Einfluß hat. Man kanns als Antrieb verwenden oder als Generator.

Und weil man heute ja alle frei verfügbare Energie anzuzapfen versucht, hatte ich mal wieder eine Idee für ein Wellen- oder Gezeitenkraftwerk auf MHD-Basis.
Wie sieht das aus? Ganz einfach:
Eine MHD-Zelle besteht aus einem seewasserfesten Strömungskanal, mit zwei korrosionsbeständigen Elektroden an gegenüberliegenden Seitenwänden. Um 90° versetzt zu den Elektroden haben wir dann eine sinnvolle Anordnung von (Permanent-)Magneten, die im Kanal ein möglichst starkes Magnetfeld erzeugen. Im Kanal lassen wir eine leitende Flüssigkeit (Seewasser) strömen und greifen an den Elektroden je nach Strömungsrichtung gepolte Gleichspannung ab.
Viele solcher Zellen werden sinnvoll miteinander verschaltet und in bewegtes Meerwasser gehalten. Schon gibt´s Strom.

Vermutlich nicht die effizienteste Lösung und eventuell auch eher teuer in der Anschaffung. Und praktische Gründe wie die Reinhaltung sprechen vielleicht eher gegen die Idee.

Aber gehen sollte das doch... Na?
_________________
Grüße, Stefan
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Dodes



Anmeldedatum: 05.04.2008
Beiträge: 761
Wohnort: Dortmund Technologiezentrum

BeitragVerfasst am: Mi Jun 30, 2010 7:38 pm    Titel: Re: MHD-Generator Antworten mit Zitat

@Steve

Ja eigentlich nicht schlecht die Idee und auch nichts neues, ein großes
Problem könnte aber das entstehende Chlorgas, sowie die Natriumlauge
sein, die bedingt durch die einsetzenden Elektrolyse entsteht.

Es gibt für U-Boote einen lautlosen Antrieb, der nach dem umgekehrten
Prinzip funktioniert, in einem Permanentmagnetfeld fließt zwischen
zwei Elektroden einen Strom, wobei durch die Lorenzkraft dann das
Wasser nach hinten aus dem Magnetfeld gedrängt wird.

Zum aufspüren solcher U-Boote gibt es dann hochempfindliche
Chlorgasdetektoren, die einer solchen Spur folgen können,
inkl. spezial Torpedos Smile

Ich schätze also Greenpeace und die Grünen hätte was, gegen solch
ein Kraftwerk Sad

Gruß Dodes
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Frank



Anmeldedatum: 22.01.2009
Beiträge: 394

BeitragVerfasst am: Mi Jun 30, 2010 7:40 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Schön mal wieder was abseits der leidigen PM-Geschichten zu hören.

Das Prinzip sollte funktionieren, aber bei den eher geringen Fließgeschwindigkeiten wird am Ende nicht viel übrig bleiben.

Mir gefällt aber die "Pfennigsucher"-Idee.
Mal ein simples Beispiel: Irgendwo tropft Wasser herab. Es wäre wirkungsgradtechnisch sicher sinnlos ein Miniwasserrad zu bauen, was die Energie der Tropfen in Strom umwandelt.
Aber wenn das Wasser in einem Behälter gesammelt wird könnte man periodisch den Behälter entleeren und dann kurzzeitig sinnvoll Strom produzieren oder anderweitig Arbeit verrichten lassen.

Mir geht es also um die Erkenntnis, dass man eventuell eigentlich nicht lukrative Energiequellen doch nutzen kann, wenn es gelingt deren Energie soweit anzustauen (speichern), dass wenigstens periodisch mit gutem Wirkungsgrad gearbeitet werden kann. (Die Wassertropfenmaschine ist da sicher nicht unbedingt geeignet, dient mir hier nur zur Erklärung.)

Wenn das gelingt, ist es dann nur noch eine Frage der Anzahl und Größe der "Kollektoren" um sinnvolle Mengen E-Energie zu produzieren.
_________________
MfG Frank
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Steve



Anmeldedatum: 20.12.2004
Beiträge: 536

BeitragVerfasst am: Mi Jul 07, 2010 6:02 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Ich könnte mir vorstellen, daß der Effekt gar nicht sooo gering ist. Ist halt eine Frage dessen, ob man eine Stelle mit schöner Meeresströmung erwischt.
Trotzdem denke ich, daß das Teil im ineffizienten Bereich angesiedelt ist.

Das Argument mit den Elektrolyseprodukten lasse ich nicht gelten. Weil die beiden Komponenten sich im Anschluß ja wieder zum Ausgangsstoff verbinden können. Und wenn einer ein gewitzter Erfinder ist, baut er noch nen Akku draus und nutzt die Strömung damit gleich zweimal. Na, bleiben wir auf dem Teppich.
_________________
Grüße, Stefan
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Dodes



Anmeldedatum: 05.04.2008
Beiträge: 761
Wohnort: Dortmund Technologiezentrum

BeitragVerfasst am: Mi Jul 07, 2010 8:48 pm    Titel: Antworten mit Zitat

@Steve

Ja schön wäre es, doch leider entstehen die Elektrolyseprodukte an
unterschiedlichen Elektroden, so das sie sich nicht wieder sofort
neutralisieren können.

Auserdem ist das Meer kein Becherglas mit reiner H2O/NaCl Lösung, da
sind noch zig andere Mineralien und organische Substanzen drin gelöst,
die mit dem Chlor bzw. Natrium reagieren, bevor sie sich neutralisieren
können, das führt zu einer ganzen Kette von Chlor- und
Natriumverbindungen, die z.T. hochgradig umweltgefährdend sind.


Von den sich auflösenden Elektroden mal abgesehen ....

Gruß Dodes
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Steve



Anmeldedatum: 20.12.2004
Beiträge: 536

BeitragVerfasst am: Mo Aug 23, 2010 8:11 am    Titel: Antworten mit Zitat

Um die Geschichte mit dem Chlorgas und der Natronlauge nochmal aufzugreifen:
In einer (idealen, d. h. reinen) Salzlösung liegen doch alle Ionen bereits vor. Bin ich jetzt ganz deppert - was ist denn dann der Unterschied vorher zu nachher? Da müssen doch an den Elektroden dann Ladungstransporte stattfinden, die zum Beispiel die Ionen.. äh,.. neutralisieren oder so? Und wie verhalten sich diese Produkte dann?
Also, was GENAU passiert da?
_________________
Grüße, Stefan
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Dodes



Anmeldedatum: 05.04.2008
Beiträge: 761
Wohnort: Dortmund Technologiezentrum

BeitragVerfasst am: Mo Aug 23, 2010 2:36 pm    Titel: Antworten mit Zitat

@Steve

Null Problemo Wink

>>> Chloralkali-Elektrolyse <<< Rolling Eyes

Gruß Dodes
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Steve



Anmeldedatum: 20.12.2004
Beiträge: 536

BeitragVerfasst am: Di Sep 07, 2010 10:03 pm    Titel: Antworten mit Zitat

So, nach leider viel zu langer Zeit konnte ich mir den Beitrag mal genau ansehen. Wo ich hängengeblieben bin ist:
Zitat:
Für die technische Umsetzung ist es wichtig, dass das entstandene Chlor nicht in Kontakt mit den Hydroxid-Ionen kommt, weil dadurch ein Chlorid/Hypochlorit-Gemisch entstehen würde.

Cl2 + 2 OH− → Cl− + OCl− + H2O

Außerdem muss darauf geachtet werden, dass sich das Chlorgas nicht mit dem Wasserstoffgas vermischt, da so Chlorknallgas entstehen würde.

So weit so gut. Das ist aber (im Fall MHD) nur die halbe Wahrheit, denn hier wurden stillschweigend ja schon Stoffe aus dem Kreislauf gezogen, die zur Nutzung anfallen.

MHD würde alles drinlassen. Es geht doch nur um Ladungen die rumgeschoben werden. Gut, es gibt natürlich Nebenprodukte, mir geht es aber um das Wesentliche.
_________________
Grüße, Stefan
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