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Wird ein Magnet schwächer?

 
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UdoKessler



Anmeldedatum: 10.08.2008
Beiträge: 47

BeitragVerfasst am: Di Apr 21, 2009 3:16 pm    Titel: Wird ein Magnet schwächer? Antworten mit Zitat

Hi,

wird ein Dauermagnet jedesmal (etwas) schwächer, wenn man damit
etwa Eisen o.ä. anzieht u es dann wieder entfernt?

Und warum?

Gruß
Udo
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Ambassador



Anmeldedatum: 22.05.2007
Beiträge: 756

BeitragVerfasst am: Di Apr 21, 2009 6:24 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
wird ein Dauermagnet jedesmal (etwas) schwächer, wenn man damit
etwa Eisen o.ä. anzieht u es dann wieder entfernt?
Nein.
Ein Magnet wird schwächer, wenn man ein "abstossendes" Feld anlegt, z.b. über einen anderen Magneten oder über eine Spule (Pulsmotor im push-Betrieb).

Zitat:
Und warum?


Im Magneten sind die "Elementarmagneten" ausgerichtet. Legt man ein ausreichend starkes Gegenfeld an, und ist das Magnetmaterial "weich " genug, kippen einige der Elementarmagneten aus der Ausrichtung, einige mehr, andere weniger. D.h. es sind nachher weniger Elementarmagneten ausgerichtet, also wird auch ein etwas schwächeres Magnetfeld erzeugt. Das kann man, je nach Parametern, bis zur völligen Demagnetisierung, oder gar Ummagnetisierung treiben.

Barium-Ferrit oder Strontium-Ferrit Magneten sind dafür relativ "anfällig". Seltenerd-Magnete wie Neodym-Eisen-Bor- oder Samarium-Kobalt-Magneten sind da weitaus resistenter, jedoch wird bei denen der gleiche Effekt auftreten, nur muss man die Dinger stärker kicken.

Aaron
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UdoKessler



Anmeldedatum: 10.08.2008
Beiträge: 47

BeitragVerfasst am: Mi Apr 22, 2009 2:04 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Danke Dir für die schöne Erklärung!

Das Argument (der bösen Anderen) war eben, daß (z.B.) ein Nagel, welcher
vom Magnet angezogen wird, ja auch ein Gegenfeld erzeugt (induktion
durch Wirbelströme im Nagel) und somit ein Magnet jedesmal schwächer wird.

Gruß
Udo
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Ambassador



Anmeldedatum: 22.05.2007
Beiträge: 756

BeitragVerfasst am: Mi Apr 22, 2009 8:24 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
Das Argument (der bösen Anderen) war eben, daß (z.B.) ein Nagel, welcher
vom Magnet angezogen wird, ja auch ein Gegenfeld erzeugt (induktion
durch Wirbelströme im Nagel) und somit ein Magnet jedesmal schwächer wird.
Ein relativ zum Magneten ruhender Nagel erzeugt kein Gegenfeld. Ein sich relativ bewegender Nagel, der Wirbelströme erfährt, schon.
Allerdings musst Du schon eine Hölle von Geschwindigkeit und Nägeln aufbringen, um genug Wirbelströme zu erzeugen, um Neo-Eisen-Bor-Magneten nachweislich zu schwächen.
Anziehende Felder STÄRKEN den Magneten. Abstossende Felder schwächen den Magneten. As easy as that.

Aaron
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Robert-Diart



Anmeldedatum: 12.11.2003
Beiträge: 372
Wohnort: Dremmen (Aachen)

BeitragVerfasst am: Do Apr 23, 2009 2:15 pm    Titel: Antworten mit Zitat

zitat: "Allerdings musst Du schon eine Hölle von Geschwindigkeit und Nägeln aufbringen, um genug Wirbelströme zu erzeugen, um Neo-Eisen-Bor-Magneten nachweislich zu schwächen. "

in diesem zusammenhang ist es interessant, wenn man einen sehr grossen NDFEB (etwa zigarettenpackungsgrösse) auf einen massiven kupferblock (ca 10...15 cm kantenlänge! ) legt, bzw ihn aus geringer höhe darauffallen lässt:
er bremst ab und legt sich ganz sanft darauf hin, ohne jede geräuchentwicklung (etwa beim zusammentitschen der teile) .

und wenn man ihn anschliessend vom kupfer weg nehmen will,
dann spürt man deutlich, wie er sich "dagegen wehrt"....

mitunter sind einige kupferlegierungen (zb messing!) unter neodymmagneten schwach magnetisch, wegen geringer eisen oder nickelanteile.
darum immer reines elektrolytkupfer nehmen.
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UdoKessler



Anmeldedatum: 10.08.2008
Beiträge: 47

BeitragVerfasst am: Do Apr 23, 2009 3:21 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Ok, danke für die Antworten.
Hätte noch 1 o 2 Fragen..

Wenn ich einen Magneten absichtlich und kontrolliert schwächen möchte,
wie mache ich das am besten? Erhitzen? Oder wird er
da schlagartig schwach?

Und welches ist das am stärksten abschirmende (käuflich erwerbliche)
Material für Magnetfelder?
Ich habe Trafoblech (Weicheisen), welches schon recht stark vom Magneten
angezogen (also abschirmt?) wird..gehts noch deutlich besser als mit
selbigem?

(Edit)
Ich will also einen Magnet völlig abschirmen..entweder indem ich
ihn schwäche oder einen besseren Schirm benutze. Ein dickeres
Material kommt leider nicht in Frage..

Gruß
Udo
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echoloriot



Anmeldedatum: 24.07.2005
Beiträge: 38

BeitragVerfasst am: Mo Apr 27, 2009 6:18 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Moin,

das Metall mit der höchsten Permeabilität das mir noch für deine "Abschirm"-Versuche einfallen würde ist Mu-Metall. Allerdings sehr teuer und für hobbyversuche nich so leicht erwerbbar.

http://de.wikipedia.org/wiki/Mu-Metall

MfG Echo
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UdoKessler



Anmeldedatum: 10.08.2008
Beiträge: 47

BeitragVerfasst am: Do Apr 30, 2009 3:12 pm    Titel: Antworten mit Zitat

echoloriot hat Folgendes geschrieben:
Moin,

das Metall mit der höchsten Permeabilität das mir noch für deine "Abschirm"-Versuche einfallen würde ist Mu-Metall. Allerdings sehr teuer und für hobbyversuche nich so leicht erwerbbar.

http://de.wikipedia.org/wiki/Mu-Metall

MfG Echo


Vielen Dank!

Grüße
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UdoKessler



Anmeldedatum: 10.08.2008
Beiträge: 47

BeitragVerfasst am: Do Apr 30, 2009 3:47 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Noch was zum Mu-Metall..

Wo findet sich denn solches in alltäglichen Gerätschaften?

Und kann man sagen, daß ein Werkstoff mit höherer permeabilität
auch entprechend stärker vom Magnet angezogen wird?

Also wird z.B. bei:
Eisen mit einer µr = 5000 und
Mu-Metall mit µr = 10000
das Mu-Metall doppelt so stark angezogen?
Wäre logisch, da es doppelt so gut abschirmt..oder habe ich das
falsch verstanden?

Grüße
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Ewald



Anmeldedatum: 18.09.2006
Beiträge: 175
Wohnort: Oberösterreich

BeitragVerfasst am: Di Aug 25, 2009 8:20 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Im Zusammenhang mit Messing habe ich eine sehr interessante Erfahrung an einem 70 Jahre alten Polrad von Bosch gemacht:



Im Gegensatz zu alten Polrädern aus Alu mit eingegossenen Magneten, hat sich dieses hochwertig verarbeitete Messing Polrad in den letzten 70 Jahren kaum entmagnetisiert. Bei einer dynamnischen Leistungsprüfung konnte ich mit 6 Volt 18 bzw. 6 Volt 20 Watt Lampenlast, die werksseitige Nennleistung wie in den 30er Jahren erzeugen.



Eine der beiden Generatorspulen habe ich vorher neu gewickelt, weil dort der Isolierlack schon sehr schlecht war.





Diese betagten Magnetzündergeneratoren, waren damals mit 6 Volt 15 Watt Scheinwerfer und 6 Volt 3 Watt Rücklichtlampen bestückt. Meine Messwerte mit 6 Volt 18 Watt Last der oberen linken Tabelle, decken sich noch exakt mit den früheren Angaben von Bosch:

http://www.sachsarchiv.de/motor/sm98.php

Sind aber 25 bis 40 Jahre jüngere Magneten in Alu Polräder eingegossen, ist deren schleichende Entmagnetisierung erfahrungsgemäß sehr stark ausgeprägt:

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MickeyMaus



Anmeldedatum: 09.07.2007
Beiträge: 139

BeitragVerfasst am: Fr Apr 16, 2010 2:06 am    Titel: Antworten mit Zitat

Habe hier 100 FeBarium Magnete, nach 10 Jahren sind nur nur noch gefühlt halb so stark.
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Dodes



Anmeldedatum: 05.04.2008
Beiträge: 761
Wohnort: Dortmund Technologiezentrum

BeitragVerfasst am: Fr Apr 16, 2010 9:24 am    Titel: Antworten mit Zitat

@MickeyMaus

Ist gut möglich das sie ihre Magnetkraft verloren haben,
besonders wenn sie falsch gelagert wurde! (kein geschlossener
mag. Kreis)

Bariumferrit BaFe12O19 ist auch ehr ein isotropisches Material,
kann in jede Richtung magnetisiert werden, da keine mag.
Vorzugsrichtung vorhanden ist.

Das nächste mal, lieber 100 Stroniumferrit SrFe12O19 Magnete
kaufen und richtig lagern, dann bleibt die Magnetkaft erhalten.

Gruß Dodes
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Krypton



Anmeldedatum: 05.04.2013
Beiträge: 22

BeitragVerfasst am: So Jan 26, 2014 12:37 am    Titel: Magnete und ihr Magnetismuss Antworten mit Zitat

Also, wer hat Erfahrung mit Neodym Magneten gemacht die Ihre Magnetkraft verloren hatten / haben ???
Wieso weshalb ??
_________________
Wissen ist Macht + nichts zu wissen macht auch nichts !

Gruß

Krypton
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NaHc03



Anmeldedatum: 23.12.2011
Beiträge: 94

BeitragVerfasst am: Fr Jul 31, 2015 10:38 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
Im Magneten sind die "Elementarmagneten" ausgerichtet. Legt man ein ausreichend starkes Gegenfeld an, und ist das Magnetmaterial "weich " genug, kippen einige der Elementarmagneten aus der Ausrichtung, einige mehr, andere weniger. D.h. es sind nachher weniger Elementarmagneten ausgerichtet, also wird auch ein etwas schwächeres Magnetfeld erzeugt. Das kann man, je nach Parametern, bis zur völligen Demagnetisierung, oder gar Ummagnetisierung treiben.

Barium-Ferrit oder Strontium-Ferrit Magneten sind dafür relativ "anfällig". Seltenerd-Magnete wie Neodym-Eisen-Bor- oder Samarium-Kobalt-Magneten sind da weitaus resistenter, jedoch wird bei denen der gleiche Effekt auftreten, nur muss man die Dinger stärker kicken.



Mal eine Gegenfrage zum Thema Aaron.

Der Magnet ist einer Demagnetisierung oder einer Ummagnetisierung ausgesetzt. Ab wann wird ein Magnet stärker?


[/quote]
_________________
Entropie des Systems.
V
ʌ
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Patty



Anmeldedatum: 13.08.2012
Beiträge: 18

BeitragVerfasst am: Mo Mai 09, 2016 3:44 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Also aus welchem Grund genau verlieren die Magneten ihre Kraft? Das habe ich noch nicht ganz verstanden.
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